Haltung von Dornschwanzagamen im Terrarium

 

Beschreibung: Dornschwanzagamen sind mittelgroße Echsen. Sie bewohnen Boden- aber auch Felsregionen. Die meisten Arten erreichen  eine Gesamtlänge von 25-50cm mit Ausnahme von U.Aegyptia, die eine  Gesamtlänge von etwa 75cm erreichen kann.  Die Tiere weisen einen gedrungenen, kompakten, abgeflachten Körperbau und kräftige, kurze Extremitäten auf. Der Schwanz ist mit Stachelschuppen bedeckt, die auf der Oberseite in gut abgegrenzten Wirbeln angeordnet sind. Das Trommelfell ist sichtbar. Ein besonderes Merkmal ist die spezialisierte Bezahnung. Jungtiere verfügen über gleichartige Zähne, die sich nur in der Größe unterscheiden. Mit zunehmendem Alter und steigender Abnutzung der Zähne bildet sich eine Art scharfe Schneide, die bei sehr alten Exemplaren an die Hornschneiden der Schildkröten erinnert.

Verbreitung und Lebensweise: Die Arten der Gattung Uromastyx besiedeln Bereiche von Nordafrika über Vorderasien bis nach Pakistan und Nordwestindien. Dornschwanzagamen sind Bewohner von Trockengebieten, welche sich durch hohe Temperaturen, geringe Niederschläge und deshalb auch einer meist spärlichen Vegetation (saisonal veränderlich) auszeichnen. Sie besiedeln dort überwiegend Gebiete mit grabfähigem Bodengrund und einer ausreichenden pflanzlichen Nahrungsgrundlage. Obwohl die meisten Uromastyx-Arten bodenbewohnend sind, gibt es auch einige Arten, die in Felsregionen vorkommen (z.B. U.ornata). Dornschwanzagamen nehmen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich (omnivore Lebensweise), wobei der pflanzliche Anteil deutlich überwiegt. Auch ist die Zusammensetzung der Nahrung von der Art und dem Alter der Tiere abhängig. So nehmen Jungtiere mehr tierische Nahrung auf als adulte (geschlechtsreife) Exemplare. Alle Uromastyx-Arten sind tagaktiv und ziehen sich nachts in geschützte Höhlen oder Felsspalten zurück. Die meist selbstgegrabenen Höhlen bieten auch Schutz vor zu hohen Temperaturen und zu hoher Luftfeuchtigkeit.

Fortpflanzungsverhalten: Die Paarung wird meist durch einen sogenannte "Drohbalz" eingeleitet, welches sich durch der Annäherung des Männchens zu dem Weibchen unter ständigem Rumpfschaukeln auszeichnet, worauf dann der sogenannte Kreiseltanz folgt. Während des Kreiseltanzes werden vom Männchen bestimmte Sekrettropfen abgesondert, die dann auf dem Rücken des Weibchens ihren Platz finden. Ist das Weibchen paarungsunwillig wird es sich auf den Rücken drehen und so dem Männchen ihre fehlende Paarungsbereitschaft demonstrieren. 

Trächtigkeit: War die Paarung erfolgreich, so wird das Weibchen allmählich an Gewicht zunehmen und ein zunehmend aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen, vor allem anderen Weibchen, zeigen. Nun ist es besonders wichtig das trächtige Weibchen abwechslungsreich zu ernähren und den Calciumhaushalt (z.B. durch kleine Sepiastücke) im Gleichgewicht zu halten.

Eiablage: 1-2 Wochen vor der Eiablage wird das Weibchen immer unruhiger und untersucht das Terrarium nach geeigneten Eiablagestellen. Aus diesem Grund sollten einige Stellen im Terrarium leicht feucht gehalten werden und idealer weise von oben mit einem leichten Spotstrahler beheizt werden (bei ca. 28-32°C). Dort wird das Weibchen dann normalerweise seine Eier ablegen.

Inkubation: Das Gelege sollte möglichst bald vom Terrarium  in einen Brutapparat überführt werden. Die geeignete Bruttemperatur beträgt 29-34°C und die Luftfeuchte im Inkubator sollte 85%-95%. betragen. Zur Zeitigung des Geleges können unterschiedliche Substrate (z.B. feuchtes Vermiculite) verwendet werden, in die man die Eier zu 2/3 einbettet. In der direkten Umgebung der Eier sollte das Substrat möglichst trocken bleiben, da Uromastyx-Eier sehr empfindlich auf Kontaktfeuchte reagieren (Verpilzen). Einmal die Woche sollte die Brutdose (z.B. Heimchendose) geöffnet werde, um einen Luftaustausch zu gewährleisten. Die Brutdauer beträgt durchschnittlich 90-100Tage,wobei es bei der Brutdauer auch zu Schwankungen kommen kann.

Terrariumgröße: Für ein Pärchen Dornschwanzagamen sollte das Terrarium meiner Meinung nach eine Mindestgröße von 140cmX80cmX80cm haben (Ausgenommen U.aegyptia, die aufgrund seiner Endgröße ein wesentlich größeres Terrarium benötigen). Natürlich sind nach oben hin die Grenzen offen, denn je größer das Terrarium ist, je besser ist das für die Tiere.

Einrichtung: Das Terrarium sollte einige Versteckplätze in Form von Höhlen (z.B. aus Kork) aufweisen. Außerdem ist es von Vorteil, eine reich strukturierte Rückwand einzubauen,um den Tieren einen größeren Bewegungsraum zu bieten. Des weiteren kann die Gestaltung noch mit Kunstpflanzen oder Wurzeln erweitert werden.

Bodengrund: Als Bodengrund empfinde ich Spielkastensand als ideal. Er ist recht preiswert und erfüllt dennoch gut seinen Zweck. Bei Bedarf kann dieser auch mit etwas Lehmpulver vermischt werden, um eine höhere Festigkeit zu erreichen. Der Sand sollte ca.15cm hoch sein, wobei er aber zumindest zur Eiablagezeit in einigen Ecken auf ca.20cm aufgeschichtet werden sollte.

 

Beleuchtung: Bei mir hat sich bei einer Terrariengröße von 160cmX80cmX80cm als Grundbeleuchtung ein 2X54W T5-Leuchtbalken und ein bis zwei Spotstrahler als Sonnenplatz. Wichtig ist die UV-Beleuchtung. Dies kann in Form einer Terrasun oder Powersun geschehen, die auch gut den ganzen Tag als Sonnenplatz dienen können oder alternativ kann man auch 15-20 min am Tag die Ultravialux von Osram verwenden. Wichtig bei der Beleuchtung ist das Beachten der Mindestabstände, sodass sich die Tiere nicht verbrennen können. Die Beleuchtungsdauer sollte im Sommer bei 12-14 Stunden liegen. Im Winter sollte die Beleuchtungsdauer dann langsam abgeregelt werden. 

 Temperatur: Dornschwanzagamen benötigen durchschnittlich eine Grundtemperatur von 30-35°C. Die Temperaturansprüche können von Art zu Art leicht abweichen. An den Sonnenplätzen kann eine Temperatur von 45-55°C herrschen. Es sollten auch kühlere Plätze im Terrarium vorhanden sein, in die die Tiere bei Bedarf ausweichen können.

 Luftfeuchtigkeit: Da Uromastyx in Trockengebieten leben, reicht es, dass Terrarium ca.3 mal in der Woche einzusprühen um ein Mindestmaß an Feuchtigkeit zu erreichen. Staunässe sollte dabei allerdings nicht entstehen.

Nahrung: Bei Jungtieren bis 4 Monate sollte man täglich ein ausgewogenes Verhältnis an Grün- und Lebendfutter geben. Von 4 bis 12 Monaten wird bis auf einen Fastentag täglich frisches grün angeboten. Lebendfutter sollte man nun alle zwei 2 Tage füttern. Die Menge beläuft sich auf 3-4 Futtertiere entsprechender Größe (Maximal so groß wie die Kopfbreite des Jungtieres). Adulte Tiere bekommen bei mir höchstens 2-3 große Heuschrecken und bis auf einen Fastentag die Woche täglich frisches Grünfutter. Bei trächtigen Weibchen sollte man die Gabe von Lebendfutter erhöhen.

Mögliche Futtersorten:

Hibiskusblüten, Gänseblümchen, Endiviensalat, Radicchio, Mungobohnensprossen,             Karotten geraspelt Salbei, Zitronenmelisse, Sauerampfer, Rosmarin, Liebstöckel, Kerbel, Dill, Borretsch, Selleriegeraspelt, Löwenzahn (Blätter und Blüten), Wicken (Blätter und Blüten), Klee, Romanasalat, Eichblattsalat, Lollo Rosso...

 Körnermischung (Sollte immer bereit stehen):

 Erbsen, rote Linsen, Hirse, Hanfsaat, Weizen, Hafer, Mais, Reis, Sonnenblumenkerne, Buchweizen

Tierisch (carnivor):

Bemerkung: Die Futtertiere sollten nicht gleich nach dem Kauf verfüttert, sondern noch einige Tage angefüttert werden, da nur angefüttterte Futterinsekten richtig nahrhaft für Dornschwanzagamen sind. Das Anfüttern kann mittels Salat, geraspeltem Gemüse (z.B. Karotten, Sellerie...) und auch Haferflocken geschehen.

Grillen (Grylloidea): Grillen sind für Dornschwanzagamen ein gut geeignetes Lebendfuttermittel.

Heuschrecken: Auch Heuschrecken sind empfehlenswerte Futtertiere.

Schwarzkäferlarven (Zophobas morior): Zophobas sind zur Ernährung von Dornschwanzagamen zwar besser geeignet als Mehlwürmer, sollten aber trotzdem nicht all zu oft verfüttert werden.

Schaben: Die angebotenen Schabenarten stellen eine willkommene Abwechslung zu den oben bereits erwähnten Futtertieren dar.

Mehlwürmer: Die Verfütterung von Mehlwürmern sollte weitgehend vermieden werden, da diese sehr fettreich sind und auch ein ungünstiges Kalzium - Posphor -Verhältnis aufweisen. Außerdem besitzen Mehlwürmer eine schwer verdauliche Chitinhülle. Deshalb bitte wenn überhaupt nur sehr selten und frisch gehäutet als "Leckerbissen" anbieten.

Wachsmottenlarven: Auch Wachsmottenlarven sind ebenfalls sehr fettreich. Deshalb sollten sie, wenn überhaupt, auch nur als "Leckerbissen" verfüttert werden.

Vitamine und Mineralstoffe (Zum bestäuben der Futtertiere oder der pflanzlichen Nahrung):

Bei Jungtieren und Subadulten sollte bei jeder zweiten Fütterung das Lebendfutter bestäubt werden. Bei adulten Tieren bestäube ich ca. einmal die Woche das Grünfutter und zusätzlich noch das Lebendfutter mit einem Vitamin-Mineralstoffgemisch.

Reptivite (Zoomed), Korvimin ZVT, Nekton-Rep...

Sepia (sollte immer zur Verfügung stehen)

Wasser:

Eine Schale mit frischem Trinkwasser sollte immer bereit stehen

 

Nahrungsergänzung Schwarzkümmelöl

Bei uns in Europa finden der Samen und das Öl in der Naturheilkunde einen großen Zulauf und eine breite Anwendung; aus heutiger Nahrungsmitteltechnischer Sicht ist dieses Öl ein sehr wertvolles Ergänzungsmittel in der Ernährung. Dies kommt auch den Dornschwanzagamen zu Gute. Wenn es kaltgepresst ist, enthält es bis zu 80% ungesättigte Fettsäuren. Bei Zugabe von diesem Öl werden viele Krankheitssymptome behoben, wie: Erschöpfung, Allergien und Ekzeme, Stoffwechselstörungen, Magen - und Darmbeschwerden und Atemwegserkrankungen. Da in dem Öl eine hohe Konzentration von Linolsäure vorhanden ist, bewirkt es eine wichtige Grundlage für den Stoffwechsel und das Immunsystem. Dieses Öl bewirkt das die freien Radikale bei jeder Aufnahme der Nahrung gespalten werden. Die ungesättigten Fettsäuren greifen auch in den Fettstoffwechsel der Agamen ein und unterstützen so die Verdauung und den gesamten Organismus. Deswegen können die Gaben dieses Öles in das Futter sehr viel bewirken; und so sollte die Dosierung in etwa aussehen: 2 - 3 mal pro Woche ca. 5 Tropfen gelöst in 2cl Wasser über das Futtergemisch geben. Der angenehme Duft verführt die Echsen dazu, regelmäßiger und mit mehr Appetit alles zu fressen was an Grünfutter und Sämereien angeboten wird. Die Agamen können durch diese Beigaben fettlösliche Vitamine aufnehmen, die Häutung wird angeregt und durch die Linolsäure wird die Zellteilung gefördert, der Stoffwechsel wird angeregt und das Wachstum gefördert, das Immunsystem wird gestärkt. Sollte der Kot der Tiere nach der Verabreichung dünnflüssig werden, dann die Anzahl der Tropfen ein wenig reduzieren. Das Öl kann auch äußerlich angewendet werden bei Verletzungen und Häutungsproblemen, da das Öl ja auch Zellbildend wirkt. Jungtieren sollte das Öl nur in Verbindung mit pflanzlicher Kost verabreicht werden.

 

Winterruhe: Meiner Meinung nach ist die Einhaltung einer Winterruhe zur artgerechten Haltung von Uromastyx unerlässlich. Dazu sollte man in Richtung Winter (ab Anfang Oktober) langsam die Beleuchtungsdauer reduzieren. In dieser Zeit werden die Tiere sich dann normalerweise immer öfters in den Höhlen aufhalten, und schließlich nur noch selten herauskommen um sich unter einem leichten Spotstrahler, der ab Mitte November nur noch einige Stunden am Tag brennen sollte, aufzuwärmen. Das Futter reduziere ich in dieser Zeit ebenfalls schrittweise und ab Anfang November stelle ich die Fütterung ganz ein. Während der Winterruhe sollte aber weiterhin ein Gefäß mit  frischem Trinkwasser vorhanden sein.

Ab Ende Januar fahre ich die Beleuchtung und damit verbunden auch die Temperatur dann langsam wieder hoch. Wenn die Tiere sich wieder öfters außerhalb der Höhlen blicken lassen, fange ich auch wieder mit der Fütterung an.