Haltung von Kronengeckos im Terrarium

 

Allgemein:

Die Gattung Rhacodacytlus gehört zur Unterfamilie der Diplodactylinae aus der Familie der Gekkonidae. Die Arten die dieser Gattung angehören sind alle mittelgroß bis groß und ausnahmslos nachtaktiv sowie baumbewohnend. Dies sollte vor allem bei der Auswahl und Einrichtung der Terrarien berücksichtig werden! Besonders geeignet für unsere heimischen Terrarien macht den Kronengecko seine leichte Haltung und seine gute Vermehrbarkeit. Kronengeckos erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 22cm, vom Kopf bis zum Schwanzende, wovon ca. 11 – 13cm auf die Kopfrumpflänge fallen. Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 30 und 50 Gramm. Die auffälligsten Merkmale dieser Geckoart sind sicherlich die verlängerten Schuppenreihen links und rechts, seitlich entlang des Kopfes, ja teilweise sogar bis zum Schwanzansatz. Diese können bis zu mehreren Millimetern lang werden. Desweiteren verfügt dieser dämmerungs- bzw. nachtaktive Gecko über einen breiten, deutlich vom Körper abgesetzten Kopf und einen an der Spitze abgeflachten Schwanz, welcher an dieser Stelle mit Haftlamellen versehen ist. Eine weitere Besonderheit des Schwanzes ist, dass er wie bei den meisten Geckoarten abgeworfen werden kann, jedoch bis auf einen „Stummel“ nicht mehr nachwächst. Daher sollte man die Tiere nie am Schwanz festhalten. Die Färbung dieser Tiere ist sehr variabel und kann aus roten, braunen, grauen, olivgrünen und gelben Tönen bestehen. Die Zeichnung der Tiere besteht meist aus zwei Farbtönen, die durch den an der Wirbelsäule verlaufenden Schuppenkamm voneinander abgetrennt sind. Somit verläuft auf der Wirbelsäulenoberseite ein breites Band das sich farblich absetzt. Auch der Schuppenkamm kann sich farblich stark absetzen. Mehr zu den einzelnen Farbvarianten findet sich weiter unten im Text. Die Tiere besitzen aufgrund ihrer Nachtaktivität entsprechend große Augen. Da ihre Augen nicht über Augenlieder verfügen, und ihre Augen von einer sog. Brille geschützt werden, können diese Tiere ihre Augen auch tagsüber nicht schließen. Tagsüber weisen die Augen der Tiere eine vollkommen geschlossene Pupille auf, in Dunkelheit öffnen sich die Pupillen dann. Die Kalksäckchen dieser Geckos befinden sich im hinteren Teil des Kopfes und können bei geöffnetem Maul im oberen Teil des Rachens ausgemacht werden.

Verbreitung und Lebensraum:

Die Gattung ist endemisch für Neukaledonien und einer Inselgruppe die nordöstlich von Australien liegt. Der Lebensraum von Rhac. ciliatus besteht dort aus feuchten Waldgebieten. Die Flora dort ist reichhaltig und bildet einen dichten Bewuchs. Hier herrscht eine hohe Luftfeuchte, welche sich durch die Nähe zum Meer erklären lässt. Die Jahrestemperaturen schwanken zwischen 17 und 23°C und den höchsten Temperaturen zwischen Januar und März. Nachts jagen die Tiere im niedrigen Bereich der Bäume und Büsche, wahrend sie ihre Ruhezeit tagsüber schlafend in den Blattachsen und anderen Verstecken in den oberen Bereichen der Vegetation verbringen.

Farbformen:

Die erhältlichen Farbformen der Kronengeckos sind sehr unterschiedlich und vielfältig. Neben der Grundfarbe weisen die Tiere besondere Musterungen auf. Die häufigsten Farbformen- und Muster seien hier nur kurz erwähnt: „Paternless“, „Bicolor“, „Tiger“, „Dalmatiner“, „White-fringed“, „Fire“, bzw. “Flame” und “Pinestripe”. Auch Kombinationen mehrerer dieser Zeichnungsmerkmale sind möglich.

Haltung:

Die Terrarien für Rhacodacytlus ciliatus sollten aufgrund ihrer baumbewohnenden Lebensweise hoch dimensioniert sein. Die vorgegebenen Mindestmaße werden mit dem 6x6x8-fachen (Breite x Tiefe x Höhe) der KRL angegeben und gelten als Mindestanforderung für ein Pärchen dieser Art. Dies entspricht 60x60x80. Da diese Angaben jedoch als Mindestmaße anzusehen sind, sollte das verwendete Terrarium doch wenn möglich größer ausfallen, besonders natürlich wenn man eine größere Gruppe aus mehreren Weibchen halten will. Gehalten werden diese Tiere entweder einzeln, paarweise oder als Gruppe bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen. Mehrere Männchen sind untereinander jedoch unverträglich und sollten in keinem Fall miteinander vergesellschaftet werden. Eingerichtet werden die Terrarien mit einer dünnen Schicht aus Terrarienerde oder völlig unbehandelter und ungedüngter Blumenerde aus dem Baumarkt um die Ecke. In den Boden können dann direkt oder in Töpfen die Pflanzen eingesetzt werden. Am besten eignen sich natürliche Pflanzen, da sie im Gegensatz zu künstlichen Pflanzen die Luftfeuchtigkeit  erhalten können und wesentlich zum Klima im Becken beitragen. Neben den Pflanzen spielt auch die restliche Einrichtung eine wesentliche Rolle! Da die Tiere gerne auf nicht völlig glatten Oberflächen laufen, eignen sich leicht rauhe Äste oder Korkäste und Stücke, sowie Mangrovenhölzer prima. Aber auch Birke und andere heimische Hölzer eignen sich. Man sollte darauf achten, dass die Einrichtung robust ist um den Sprüngen und sonstigen nächtlichen Aktivitäten der Tiere Stand zu halten. Hierzu sollten die Pflanzen und Äste im Becken fixiert werden, um Verletzungen durch umstürzende und umkippende Einrichtungsgegenstände vorzubeugen. Ansonsten ist dem Halter offen gestellt, das Terrarium ansprechend einzurichten. Auch eine natürliche oder natürlich aussehende Rückwand kann dem Becken optisch einiges geben und auch die Tiere fühlen sich sicherer, wenn ihr Becken nicht von allen Seiten einsehbar ist. Mit Wasser versorgt werden die Tiere mit täglichem Sprühen des Terrariums. Dabei können die Tiere die Wassertropfen von der Einrichtung schlecken und das Klima des Terrariums bleibt ausreichend feucht.

Futter:

Gefüttert werden die Tiere mit dem üblichen Spektrum an Insekten in der richtigen Größe.  Hier eigenen sich natürlich Heimchen und Grillen, aber auch mal Zophobas, Mehlwürmer, Larven oder was sonst gerne genommen wird. Auch Schaben haben wir den Tieren schon verfüttert. Neben diesen typischen Insekten fressen die Tiere auch sehr gerne Fruchtbreie, Honig und Nektar. Ich verfütter wechselnde Babybrei Sorten, welche ich sowie auch die Futtertiere mit Mineralstoffen und Vitaminen aufwerte. Neben dem Futter sollte den Tieren ständig eine Schüssel oder ein Deckelchen mit Calcium angeboten werden, bzw. geriebener Sepia. Dies dient den Tieren dazu je nach Bedarf zusätzliches Calcium zu sich zu nehmen. Dies ist insbesondere bei den Weibchen wichtig, vor allem natürlich in der Legephase. Da Rhacodactylus ciliatus relativ anfällig für Rachitis ist sollte auf deren Versorgung mit allen wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen besonders geachtet werden.